Transport Wien – Toronto unter Corona-Bedingungen
Hallo zusammen, ich hatte Anfang April einen PBSC-Transport von Wien AHK zum Princess-Margaret-Hospital in Toronto und will ein paar Infos zum Transport weitergeben:
Ich kam gute 3 Stunden vor Produktübernahme in Wien an und musste mir die Zeit vertreiben. Ein Aufenthalt im Freien war nicht möglich wegen heftigem Aprilwetter, und ähnlich wie in Deutschland waren Gaststätten, Cafés etc. geschlossen. Es war aber kein Problem, am Hauptbahnhof einen ruhigen Platz zum Sitzen zu finden. Auch im großen Eingangsbereich des AHK gibt es genügend Sitzgelegenheiten und die Möglichkeit, sich in einem Spar und bei einem Bäcker zu versorgen.
Es gibt am Wiener Flughafen im öffentlichen Bereich des Terminal 3 eine Zollstelle, die 24h geöffnet ist. Meine Papiere wollten sie mir am Vorabend des Fluges nicht abstempeln, ich musste am nächsten Morgen vor Abflug nochmal hin, die Formalitäten waren schnell erledigt.
Ich musste bei der Sicherheitskontrolle trotz energischen Protestes meinerseits Produkt und Tubes kurz aus der Transportbox nehmen, weil sie unbedingt gescannt werden musste. Immerhin war beides in ein Absorbent Pad gewickelt. Die wartenden Fluggäste schauten sichtlich interessiert zu.
Ich bin mit KLM über Amsterdam geflogen. Dort wurde mir zunächst kein Abfluggate zugewiesen, ich musste zu einem abgesperrten Gate, wo allen KLM-Langstreckenpassagieren die Temperatur gemessen wurde und man einen kurzen Fragebogen ausfüllen musste. Bei mir ging es dieses Mal schnell, aber abhängig von Anzahl und Kooperation der Passagiere kann es auch mal ein wenig dauern. Dafür also Extra-Zeit einplanen.
Die Einreise nach Kanada war problemlos und ging ziemlich schnell, ich musste den Zweck meiner Reise erklären, den negativen COVID-Test und meine Waiver zeigen und das war es. Auf dem Weg aus dem Terminal wurde ich noch 4-mal von Beamten aufgehalten, musste Pass und/oder Papiere zeigen und den Zweck der Reise erklären. Entweder ist die Border Police sehr gründlich oder ihnen war sehr langweilig.
Noch vom Flughafen aus habe ich so gegen 13:30 im TC angerufen und gefragt, wann ich bei ihnen sein soll. Ich wurde gebeten, nach 15 Uhr zu kommen, denn vor 14 Uhr hätte ich es nicht mehr geschafft und sie möchten keine Übergabe zwischen 14 Uhr und 15 Uhr. Der Grund dafür ist der Schichtwechsel um 14:45, bei dem eine Produktübergabe stören würde. Da ich erstmal genug von Flughäfen hatte bin ich sofort mit dem UP-Express in die Stadt gefahren, um mir dort die Zeit zu vertreiben. Das war keine so gute Idee, denn in Toronto waren ähnlich wie bei uns alle Gaststätten (nur to go) und alle Geschäfte mit Ausnahme von Supermärkten geschlossen. An der Union Station, dem Hauptbahnhof, gab es so gut wie keine Sitzmöglichkeiten, das fiel schon mal flach, um eine knappe Stunde Wartezeit zu überbrücken. Das Wetter war glücklicherweise super, deshalb bin ich mit dem Taxi zum TC gefahren, um mir dort was zu suchen. Schließlich habe ich mich in unmittelbarer Nähe des TC vor einer Bank auf eine Bank (Wortspiel!) gesetzt, bis es 15 Uhr war und ich nochmal im TC anrufen konnte. In den Transportunterlagen war als Adresse des TC das Princess-Margaret-Hospital in 610 University Avenue angegeben. Tatsächlich wurde ich gebeten, zum nächsten Eingang mit der Hausnummer 612 zu gehen und dort kurz im Foyer zu warten. Nach ein paar Minuten kam eine Mitarbeiterin mit einer kleinen Transportbox und nahm mich mit in ein Nebenzimmer, das wohl für solche Übergaben vorbereitet wurde. Die Übergabe selbst verlief sehr zügig und professionell.
Nach der Übergabe machte ich mich auf den Weg zum COVID-Test für den Rückflug. Diesen Test durfte ich als Ontime-Kurier beim UHN COVID-19 Assessment Centre in 347 Bathurst St.ablegen. Dafür muss man online einen festen Termin buchen, in den Transportunterlagen war eine Erklärung, wie genau vorzugehen war. Die Termine werden grundsätzlich immer morgens um 8 Uhr (Toronto-Zeit) für den folgenden Tag freigeschaltet. Ich brauchte das Testergebnis unbedingt für den Rückflug, daher hatte ich mich zur Sicherheit in den Tagen vor dem Transport immer mal wieder auf der Seite der Terminvergabe angemeldet um zu sehen, wie schnell die Termine ausgebucht sind. Es dauerte immer ein wenig, aber im Lauf eines Tages waren immer alle Termine vergeben. Um auf der sicheren Seite zu sein habe ich mich noch am Hauptbahnhof in Wien um 14:00 ins WLAN gehängt und für den nächsten Tag um 17:15 einen Termin für den Test reserviert. So gegen 16:00 Uhr kam ich beim Testzentrum an und rechnete mit einer langen Schlange und einer Stunde Wartezeit. Tatsächlich war so gut wie nichts los, ich kam gleich dran, und nach ein wenig erklären, wer ich bin und warum ich als Deutscher den kostenlosen Test machen darf und nach Vorlegen von Waiver und Reisepass ging alles ganz schnell und der Test war erledigt. Ein bisschen nervös wurde ich als mir erklärt wurde, ich könne mit dem Testergebnis innerhalb 24 – 48 Stunden rechnen, aber ich ging davon aus, dass das ähnlich wie in Deutschland eigentlich immer schneller geht. Für mich wurde ein Online-Account im University Health Network (UHN) angelegt, in dem mir mein Testergebnis zur Verfügung stehen würde. Eine ausführliche schriftliche Anleitung, wie ich diesen Account aktiviere und nutze, wurde mir zusammen mit den Log-In-Daten mitgegeben. Den Account habe ich gleich nach dem Eintreffen im Hotel ohne Probleme aktiviert und morgens um ca. 02:30 kam die E-Mail, dass das Testergebnis im UHN zur Verfügung stehen würde. Ich habe es mir als PDF aufs Handy geladen und es wurde mir freundlicherweise an der Hotelrezeption ausgedruckt.
Übernachtet habe ich im Chelsea Hotel in 33 Gerrard St. W. Mit dem Hotel war ich super zufrieden, es liegt sehr zentral und ich konnte mein Zimmer bis 14 Uhr behalten. In der unmittelbaren Umgebung gibt es genügend Möglichkeiten, sich zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Verpflegung einzudecken. Besonders ans Herz legen möchte ich euch den Bio-Lebensmittelmarkt Fresh City an der Ecke Bay St./Gerrard St. Die Karamelltörtchen sind göttlich!
Am nächsten Tag machte ich mich mit großzügigem Zeitpuffer auf den Weg zum Flughafen. Die Abfahrtszeiten des UP-Express hatte ich nicht überprüft, ich ging davon aus, dass der Zug – ähnlich wie bei uns die S-Bahn – mindestens im 20-Minuten-Takt zum Flughafen fährt. Dem war leider nicht so, ich musste 40 Minuten warten, von denen ich mangels anderer Sitzgelegenheiten 30 Minuten auf einer Steintreppe sitzend verbracht habe. Der Rückflug mit Lufthansa über Frankfurt nach München verlief so, wie er immer sein sollte: Schnell und ereignislos
