Managua, Nicaragura

2018 ging`s für mich auf eine besondere Mission.
Eines von 10 Geschwistern aus Nicaragua war an Leukemie erkrankt. 9 davon lebten in Managua – der erkrankte Bruder dagegen in Deutschland.
Aufgrund der Entfernung zwischen ihnen und der kaum entwickelten Spendersituation in Nicaragua wurde ich beauftragt bei allen Geschwistern  Speichelproben zu entnehmen und die üblichen Gesundheitscheck Fragebögen zusammen auszufüllen, um den bestmöglichen Spender zu finden.
Es ging von Frankfurt über Miami nach Managua. Mit dem Taxi zum Hotel und dort traf ich die 30 jährige Schwester Elena, die für mich die Kontakte herstellte.
Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Schwager gleich zu 7 von ihnen und ich traf herzensgute Menschen, die trotz ihrer offensichtlichen Armut lebensfroh, lustig und sehr gastfreundlich waren. 2 von Ihnen lebten mitten im Dschungel nah am Vulkan, 1 Schwester mitten im Slum. Alles war trotzdem nach 2 Tagen erledigt. Mein Spanisch war ein Vorteil.

Managua ist eine ungewöhnliche Stadt. Eigentlich ein riesiges Dschungeldorf. Die kaum höher als 3 Stockwerke hohen Häuser stehen mit viel Abstand auseinander und es gibt unheimlich viel Grün.

Ein toller Sightseeing Trip mit Blick in einen aktiven glühenden Vulkan und leider aktuelle Unruhen in Managua wurden u.a. auch Teil meiner Reise.
Ich flog mit den Proben und Fragebögen zurück und gab sie in der Uniklinik Würzburg ab.
Elena und ich hielten noch Kontakt per Whats APP.
Schon kurze Zeit später schrieb sie mir, dass einer der Brüder perfekt als Spender passt. Alles sollte schnellstmöglich arrangiert werden und die Spende in Deutschland stattfinden.
Kurz vor Weihnachten meldete sie sich wieder und schrieb, dass leider die Zeit nicht gereicht hat und ihr Bruder letzte Nacht verstorben ist. Sie bedankte sich trotzdem noch vielmals bei mir und sagte ich hätte immer ein Zimmer, wenn ich mal wieder nach Managua kommen würde.

Das ging mir dann doch sehr nahe.

Die Tragik dieser Geschichte und das Schicksal dieser Familie macht für mich persönlich die Wichtigkeit und den Sinn dieses Jobs und den aller Kuriere noch deutlicher.

Ich wünsche der Familie von Elena alles Gute

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2 Kommentare
Jens Becker
Jens Becker
23. April 2019 19:31

Respekt für diese Leistung. Viel Erfolg bei allen weiteren Transporten.

Nabeel Raza
Nabeel Raza
15. März 2019 16:52

Toller Bericht, emotionale Story. Du hast natürlich dein bestes gegeben.

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