Tübingen – Dallas / Bedford

Routing: Zuhause – München – Tübingen – Frankfurt – Paris – Dallas – Atlanta – München – Zuhause

Abholung im CC und Zwischenübernachtung

Die Abholung an der Universitätsklinik Tübingen war für 14:00 bis 16:00 geplant. Bereits um 10:30 – ich war gerade mal in Stuttgart am Umsteigen – klingelte mein Telefon: Das Labor müsse noch die Papiere fertig machen, ich könne mich aber gerne schon mal bereit halten. Also rein in den Regional“express“ von Stuttgart nach Tübingen und erstmal mit „de schwäbsche Eisebahne“ gemächlich vorbei an „ganz viele Haltstatione“ und Langsamfahrstrecken. Irgendwann waren wir angekommen in Tübingen und Dank der sehr guten Beschreibung von Roland ging der Weg vom Bahnhof zum CC flott. Es wurde dann doch kurz nach 14:00 bis die Produktfreigabe da war und die Übergabe starten konnte. Sie war freundlich und zügig. Ein bisschen zu zügig für mein Empfinden. Ich konnte allerdings nach eigenem Gusto bleiben und alles noch zweimal in Ruhe durchsehen. 

Mit der Bahn ging es zum Frankfurter Flughafen zur Zwischenübernachtung im Hotel Meininger. Auch diesmal habe ich bei Buchung auf deren Webseite im Vergleich zu Booking über 20 Euro gespart (59 Euro, ohne Frühstück, ohne Storno).

Reise nach Texas

Geflogen wurde hin über Paris mit Air France und zurück über Atlanta mit Delta. Website- / App-Check-In war bei Air France nicht möglich. Ich bin mit der Dateneingabe weit gekommen, bis der Vorgang dennoch plötzlich beendet wurde. Den Grund habe ich am anderen Morgen verstanden: „Wer ruft nach mir, morgens um halb Fünf?“ dachte ich mir in der Eingangshalle des Frankfurter Flughafens und sah mich suchend um. Schon beim Zugehen auf den Air France – Schalter wurde ich namentlich gerufen. Der gut gelaunte Mitarbeiter hatte mich an der Transportbox erkannt und zu sich gewunken. Dann ging alles ganz fix. Warteschlange überspringen inklusive. Bei Air France führt unsere Flughafen- und Airline- Anmeldung (vermutlich) dazu, dass sie einen persönlich sehen wollen und der online Check-In blockiert.

Nach der Landung am Flughafen Dallas / Fort Worth, viel war dort nicht los, ging es zum Zoll / Secondary Screening. Nach dem Zoll ging es weiter mit Uber zum Labor in Bedford.

Uber & Co findet man, nachdem man aus dem Customs / Secondary Screening Bereich heraus kommt und wieder eine Ebene nach oben geht. Abfahrt für Ride Share ist die „Departures“ – Ebene, über den „Arrivals“ und über dem Zoll. Bedford liegt nahe dem Flughafen, mittig zwischen Fort Worth und Dallas. 10 Minuten dauerte die Fahrt. Öffentlich kommt man dort weder hin noch weg.

Übergabe im TC in Bedford

Carter Blood Care ist eines der größten gemeinnützigen Blutspendezentren in Texas. Das Labor und der Hauptsitz von Carter Blood Care ist ein großes, einstöckiges Gebäude neben dem Highway. Umgeben von Gewerbe, Brachland und lockerer Wohnbebauung. Es gibt einen Eingang für Mitarbeiter und einen für blutspendende Besucher. Gleich hinter dem Eingang für Mitarbeiter sitzt die Sicherheitsfrau und ein Herr an der Pforte. Man bekommt einen Besucherausweis und muss kurz Platz nehmen. Dann wird man abgeholt und recht weit in das Gebäude hinein gebracht zum Labor.

Die Labormitarbeiterin erklärte zu Beginn der Übergabe, sie müsse auch die Temperatur des Produktes prüfen. Dazu nahm sie, nachdem alle Nummern geprüft und alle Dokumente unterzeichnet waren, nach etwa 10 Minuten – den Produktbeutel vom Labortisch. Sie nahm weiter ein Thermometer aus einer Schublade (Baugleich dem „Ontime / Life Couriers Thermometer“). Den Produktbeutel knickte sie sanft und positionierte in der so entstandenen Falte das Thermometer für etwa 5 Minuten. Zwischenzeitlich kopierte die Mitarbeiterin alle Dokumente.

Zum Ende der Übergabe, nachdem alle Dokumente bearbeitet und kopiert waren, bestand die Mitarbeiterin darauf, auch die von ihr gemessene Temperatur der Produktbeutel-Hülle im Audit zu vermerken: „5.3°C (Credo) / 6.6°C (Product)“. Ich habe das zum ersten Mal so erlebt, im Debriefing wurde besprochen, dass das zwar selten vorkommt aber doch immer wieder mal.

Nach der Übergabe ging es dann mit Uber nach Downtown Dallas zum Hotel. Uber kommt immer, nur manchmal mit etwas Wartezeit, so die Pförtnerin. 30 Minuten waren es bei mir.

Hotel & Sightseeing

Ich war im „Sova Micro Room and Social“. Durch die guten Bewertungen und den günstigen Preis springt es einem während der Hotelsuche entgegen. Mir war es für zwei Nächte zu karg. Im Zimmer kein Stuhl, kein Tisch, kein Fenster, kein Safe und alles sehr hellhörig. Kaffee kann man für 4 oder 5 Dollar pro Pappbecher kaufen, je nachdem, welcher Hippster gerade Frühschicht hat. Der Kaffee wird vom diensthabenden Hippster mit einer „Glas-Kanne-Sieb-French-Press“ aufgebrüht und schmeckt übel. Frühstück wird nicht angeboten. Rund um das Hotel kommt man, solange es morgens noch dunkel ist, zu Fuß an kein Frühstück. Die nähere Umgebung ist vor der Morgendämmerung ziemlich … dunkel. Akku für den Rückflug einfrieren ging mit viel Glück in einem Mini-Pizza-Fach in einem Kühlschrank hinter der Bar.

Ingrid hat gestern noch eine Empfehlung für ein anderes Hotel in Dallas hier auf der Webseite hinterlassen. Da war ich aber schon wieder zuhause. Zu finden unter „Hotels“.

Um einen Verlängerungstag zu gestalten muss man sich auf die Geschichte rund um das JFK – Attentat vor über 60 Jahren einlassen. Ansonsten ist die Stadt arm an aufregenden Dingen. Mit einiger Recherche vorab konnte ich den Tag gut füllen. Ich hole jetzt sehr aus und es folgen nur noch Touri-Tipps:

Market Diner

Zum Frühstück mit Lyft (… in Dallas meist günstiger als Uber) ins Market Diner. Sehr schönes, historisches Diner. Ein bisschen abseits und ohne Touristen. Kaffee wird, wie im Diner üblich, schneller nachgefüllt als man trinken kann. Hier habe ich den Sonnenaufgang abgewartet. Ab 6:00 geöffnet – gut für Jetlag-Geplagte. Zurück nach Downtown mit der Bahn, die in Sichtweite vom Diner abfährt. (4434 Harry Hines Boulevard)

Historic District & Downtown

Um 8 war ich wieder in Downtown. Dort ein erster Spaziergang. Kleiner Food-Court im Basement des Bank of America Plaza für saubere Toiletten, Sitzgelegenheit, Aufwärmen und gratis WLAN. (901 Main Street, ab 7 Uhr geöffnet).

JFK – Tour

Um 10:00 startete eine gebuchte JFK-Tour, die sehr interessant und unterhaltsam war. Abwechselnd im Van und zu Fuß ging es zwei Stunden durch die Stadt. Um 12:00 endete die Tour vor dem „Museum on 6th Floor“. In diesem alles zum JFK-Attentat. Eintrittskarten für den anschließenden Museumsbesuch waren im Preis von knapp 70 Dollar inklusive. (Mittwoch bis Sonntag ab 10:00 / Buchung Tour über GetYourGuide / Nur Museum: 24 Dollar)

Dallas Museum of Art

Vom „Museum on 6th Floor“ zu Fuß in gut 20 Minuten zu erreichen ist das „Dallas Museum of Art“. Eine große, spektakuläre Sammlung aller Kunstgattungen von der Antike bis in die Gegenwart in einem architektonisch bemerkenswertem Gebäude. Unbedingt empfehlenswert auch für Museumsmuffel. Eintritt frei! (Mittwoch bis Sonntag ab 11 Uhr)

Nach Deep Ellum zum Texan-Barbecue

Es war jetzt etwa 16:00 und ich machte mich auf zu meinem letzten Spaziergang für den Tag – ins Ausgeh-Viertel „Deep Ellum“. Dort findet man die zwei beliebtesten Barbecue – Restaurants in Dallas: „Pecan Lodge“ und „Terry Blacks“. Ich war im „Terry Blacks“, weil es amerikanischer wirkt als das wenige Minuten entfernte, gepflegte Restaurant „Pecan Lodge“. Um 16:00 an einem Wochentag waren beide Läden gut gefüllt. Das Essen bei „Terry Blacks“ wird gewogen und nach Gewicht verkauft. Ein einzelnes dinosauriergroßes Beef-Rib mit einer Beilage und einem Getränk landet bei 75 Dollar (Ich wollte das nicht unerwähnt lassen). Günstiger und gefälliger zu essen ist „Brisket“. Hier kann man auch eine einzelne Scheibe ordern. Tipp: Erstmal ein Getränk holen, sich setzen und beobachten, was die Locals da so auf ihren Plastiktabletts an die Tische tragen. Ich habe das nicht gemacht und war ungefähr so erfolgreich, wie ein Japaner der zum ersten Mal vor einer lebhaften, bayerischen Biergarten Schänke in München wartet und dann schnell bestellen soll.

Nach dem Essen bin ich aus Deep Ellum wieder verschwunden. Es ist ein Viertel über mehrere Blocks. In jedem Gebäude eine Bar oder eine Galerie oder ein Modelabel. In den eingeschossigen, ehemaligen Industriegebäuden wohnt aber niemand, darum wirkt es vor dem späten Abend sehr ausgestorben. Um den Verlängerungstag gemütlich ausklingen zu lassen fährt man besser zurück in Richtung der Hochhäuser. Orientierungspunkt ist der Giant Eyeball. Rund um diesen Platz ist am frühen Abend viel After-Work-Trubel.

Ich wünsche allen nachfolgenden Kurierinnen und Kurieren einen schönen Transport nach Texas!

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Uber und Co. in Dallas / Fort Worth zu finden über der Arrivals und Zoll Ebene. Bei den Departures.

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Labor in Bedford. Blick zum Eingang.

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Verlängerungstag: Dealey Plaza. „X marks the spot“.

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Im Viertel Deep Ellum…

…bei Terry Blacks:

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